Geschichten....


 

Da war die Sache noch mit dem Frührentner...

Der Frührentner

Es war ein Tag wie jeder andere; 4 Uhr morgens aufstehen, Kaffee kochen, dann ab zur Arbeit. 5 Uhr Stempeln, den Lkw vom Parkplatz holen, mit frischem Gemüse und Lebensmittel beladen. Die erste Tour geht zum Otto Mess in Soest.

Eine Stunde hin, eine zum Ausladen, eine zurück, schon ist die halbe Schicht um. Wenn die nächste Fahrt hier nach Bochum zum Penny Markt auch so gut klappt, dann habe ich heute bestimmt auch früh Feierabend.

Um 2 Uhr mittags stellte ich den Lkw wieder in der brütenden Sonne auf den Parkplatz ab. Jetzt erst spürte ich  erst richtig die durchgeschwitzten Sachen, und freute mich schon auf die kühle Dusche und den Liegestuhl auf der Wiese vor dem Haus.

Über 20 Jahre immer der gleiche Rhythmus, Lkw abstellen, Tachoscheibe rausnehmen, Arbeitszeit durchs Stempeln beenden....aber ....nur nicht heute....

Auf halben weg zur Stempeluhr schrillte mein Feuerwehr-Funkmelder: “Einsatz für den Löschzug 5, Wohnungsbrand, Menschen in Lebensgefahr.“

Vergessen war auf einmal die Müdigkeit und die schweiß durchtränkten Sachen, vergessen war das Stempeln gehen....

Jetzt ging es nur noch im Laufschritt, am Pförtner vorbei, der nur noch mit dem Kopf schüttelte, Richtung Auto.

Beim öffnen der Wagentür empfing mich eine brütende Hitze, Fenster aufmachen und durchstarten war eins.

Die erste zwei Ampeln waren natürlich Rot, wie immer wenn man es Eilig hat. Da die Kreuzungen übersichtlich und frei waren fuhr ich mit eingeschalteter Warnblinkanlage vorsichtig drüber. Vor mir lagen noch ganze 4 km bis zum Gerätehaus, und das über eine viel befahrene Bundesstraße. Jede Sekunde wird dann zur endlosen Minute.

Ein Pkw-Fahrer zeigte mir sogar den Stinke -Finger weil ich ihn mit 70 überholte, wo nur 50 erlaubt war.

Endlich am Gerätehaus angekommen, hatten Jürgen, Klaus und Bernd bereits die Türen für das schwere Tanklöschfahrzeug aufgemacht, und freuten sich das sie jetzt auch einen Fahrer dafür haben. Wir waren kaum aus der Garage als sich Brandmeister Jürgen sich über Funk meldete, um nach der genauen Einsatzstelle zu fragen.

Bei eingeschaltetem Blaulicht und Horn machte die Bundesstraße und die Ampeln überhaupt keine Probleme mehr.

Mann hatte das Gefühl, das starke Lufthorn würde die vielen Autos regelrecht von der Straße pusten.

Von weitem sahen wir schon die großen Rauchwolken, dann auch die Flammen die aus dem Fenster im ersten Obergeschoss kamen. Die Berufsfeuerwehr von der Hauptwache war natürlich mit dem ersten Löschzug eingetroffen und hatten mit der Rettung von Personen begonnen, die vom Rauch und Feuer eingeschlossen waren.

Bernd, der noch keine Ausbildung für das Atemschutzgerät hatte, bekam den Auftrag die Wasserversorgung vom Hydranten zum Löschfahrzeug

zu verlegen. Brandmeister  Jürgen, Klaus und ich rüsteten uns aus für den schweren Atemschutz.

Jeder Feuerwehrmann muss eine Grundausbildung und Lehrgänge besuchen, damit er überall eingesetzt werden kann. Langsam tasteten wir uns durch das verqualmte Treppenhaus nach oben. Im Wohnzimmer fanden wir das ende vom Schlauch, den der erste Atemschutztrupp hier abgelegt hatte, da Menschenrettung vor den Löschmaßnahmen vorgehen. Auch über die Drehleiter wurde jetzt von Außen gelöscht. Klaus freute sich jedes mal wenn er wieder ein Glutnest mit dem Sprühstrahl zum erlöschen brachte. Jürgen versuchte mit dem starken Scheinwerfer den dichten Rauch zu durchdringen, was aber nach höchstens einen halben Meter im schwarzen Nichts endete. Da.... irgend ein sonderbares Geräusch....

Ich konzentrierte mich im Moment nur noch auf das Hören. Da.... war es wieder....es musste von rechts kommen. Jetzt wurde ich aber neugierig, und tastete mich langsam vorwärts. Ich spürte einen Türrahmen, verblieb einen  Moment stehen um wieder einmal zu lauschen. Hier im Türamen konnte man sich eigentlich immer sicherer Fühlen, denn in den Altbauten muss man immer mit herunterfallenden Holzbalken, oder mit durchgebrannten Holzfußböden rechnen. Außerdem hat man so einen gewissen Anhaltspunkt wo man sich gerade befindet. Ob meine Kollegen bereits gemerkt haben das ich nicht mehr bei Ihnen bin? Ob die mich schon suchen? Denn es ist auf keinen Fall erlaubt sich von der Gruppe zu trennen. Doch nun musste ich weiter um die merkwürdigen Geräusche  erkunden. Langsam taste ich mich weiter vor, mit Händen und Füßen tastend, es war, als spiele man mit zugebundenen Augen blinde Kuh. Mit dem Knie stieß ich gegen einen Holzrahmen, trotzdem ich mich langsam vorbewegte, tat es doch noch ganz schön weh. Tastend stellte ich fest, das es sich hier um ein Kinderbett handeln müsste. Da... war das Geräusch wieder... direkt vor mir...ich ließ mich auf alle viere runter und tastete den Boden ab. Da lag es ein kleines Kind, vielleicht ein oder zwei Jahre alt. Es muss aus dem Bettchen gerollt sein , und lag mit dem Gesicht nach unten auf der Erde, was ihm wohl das Leben gerettet hatte. Damit hatte ich nicht gerechnet. Panik kam bei mir auf, nervös kontrollierte ich den Luftvorrat in den beiden Sauerstoffflaschen. Ich hatte bereits über die Hälfte verbraucht, und musste zügig den Rückweg antreten. Ich spürte wie mir die Knie zu zittern anfingen. Wo musste ich jetzt hin? Ich muss doch jetzt auf dem schnellsten weg hier wieder raus. Das Kind dicht übern Boden haltend tastete ich mich jetzt mit einer Hand vorwärts. Jetzt bloß nicht im Kreis herum laufen, denn jetzt kommt es wieder auf jede Sekunde an. Hätte ich jetzt eine Hand frei gehabt, würde ich mich selber auf die Schulter klopfen, denn ich hatte den Türamen wieder erreicht. Dann tauchten aus dem Dunkel die zwei leuchtende Helme meiner Kollegen vor mir auf. Trotz mangelndem Sauerstoff und Maske hatte ich es vorgezogen, laut um Hilfe zu schreien. Dadurch konnten die Kollege mich schneller wieder finden, sie hatten mich schon lange gesucht. An der Sicherungsleine entlang konnten wir schnell wieder den Weg durch das Treppenhaus nach draußen Finden. Das Kind hatte bereits das Bewusstsein verloren und wurde vom Rettungsdienst sofort  Ärztlich versorgt.

Ich hatte gerade das Atemschutzgerät abgelegt, als mich jemand auf die Schulter klopfte. Natürlich hatte ich jetzt vom Brandmeister eine große dicke Beschimpfung erwartet, stattdessen schaute ich in ein wunderschönes Gesicht, mit rotbraunen langen Haare, und so leuchtende liebe Augen. Ihr roter ungeschminkter Mund zuckte ein wenig, als sie mir zärtlich zuflüsterte ;“ Wolfi, es wird Zeit, willst du heute nicht aufstehen?“

Schlürfend trank ich meine Tasse Kaffee, ließ meinen Kopf wieder aufs Kopfkissen fallen, schaute durchs Fenster dem Sonnigem Tag entgegen, denn den Lkw Schlüssel und die Einsatz Uniform hatte ich bereits abgegeben.                   Hattingen 2003 ( Wolle )

 

Die Geschichte vom alten Feuerwehrauto “ERWIN”

 

  “ Erwin “

                                               

Zuerst möchte ich mich einmal vorstellen. Ich bin 1955 geboren, habe vier einzelne angetriebene Räder, die von einem 115 PS starken Turbomotor angetrieben werden. Meine Verkleidung ist Rot lackiert außer den Kotflügeln, die hat man leuchtend  Weiß gemacht, damit man mich auch als Feuerwehrauto besser erkennen kann. Erst hatte ich nur zwei Blaulichter über den Scheiben nach vorne hin auf dem Dach, die abwechselnd Blinkten. Mit den zwei Boschhörnern und den später dazugekommenen zwei großen Rundumblaulichtern habe ich immer freie Fahrt auf der Straße gehabt. Ganz schön stolz bin ich auch auf das  verchromte blank geputzte Kühlergrill und dem stolz nach oben stehenden Mercedesstern.

 Außer dem Fahrer und dem Kommandanten können noch vier Leute hinten Sitzen. Die gesamte Ausrüstung dafür befindet sich hinten wo auch der große 2500ltr.Wassertank ist. Auf dem Dach befindet sich noch eine 4.teilige Leiter, die zusammengesteckt 8 Meter lang ist. Damit konnten auch Leute aus dem 2.Obergeschoss oder Katzen aus dem Bäumen gerettet werden. Zur Not ist ja auch noch mein Kumpel, die ebenso alte Drehleiter mit einer 22 Meter langen Leiter. Selbst der kleine Krankenwagen der links von mir, aus den 60.Jahren,  hat  auch einen stolzen Mercedesstern.

 Nun stehen wir hier  über 10 Jahre und warten  auf ihn, den auch schon alten Fahrer Herbert, damit er mich und die beiden andern  mal wieder vor die Tür aus dem schon altem Gerätehaus  an die Sonne lässt, den Staub abwäscht, und den hier und da aufkommenden Rost entfernt.

 Neben an, im neuen Gerätehaus, die neuen großen Autos haben es viel besser. Die Garagen sind viel größer und haben große helle Glastüren, die wie von Geisterhand von alleine aufgehen. So kann man sie von Außen immer gut sehen, die großen  roten Autos mit der neuesten Technik, den auffälligen gelben Streifen, den Frontblitzern, den großen blauen Blitzleuchten, und die starken mit Kompressor betriebenen Lufthörner auf dem Dach, die man schon Kilometerweit vorher  hören kann.

 Im letzten Jahr, als die Feuerwehr 100 Jähriges Jubiläum hatte, durfte ich im Festumzug ganz vorne mit Blaulicht und Martinshorn fahren, die alte Drehleiter und der alte Krankenwagen hinter mir. Die neuen großen Fahrzeuge mussten zum Schluss hinterher Fahren, das tat mir unheimlich gut. Die alten Leute staunten als sie mich sahen, bestimmt haben sie sich auch wieder an die alten Zeiten erinnert. Rechts und links standen tausende Beifall klatschende Leute. Andererseits hatte ich sie auch wieder verärgert, als ich ihnen den schwarzen rußigen Abgasqualm ins Gesicht pustete. Trotzdem war das der schönste Tag nach langer Zeit.  

Wieder einmal war einige Zeit vergangen, und war gerade so eingeschlummert, als mein Fahrer Herbert mich vor die Garage fuhr um mich zu Waschen. Als er mein Führerhaus sauber machte, streichelte er mir behutsam über das Armaturenbrett, und sagte traurig;“ Vielleicht ist es das letzte mal, denn einer von euch dreien muss hier heraus, da für den neuen Rettungswagen in der neuen Wache kein Platz mehr ist.“

Herbert hatte gerade den Schwamm zum 1.ten male ausgewrungen, als die Sirene auf dem Dach laut losheulte. Da ich ja draußen  stand, konnte ich sehen wie Herbert zur neuen Wache herüber lief. Die Tore öffneten sich wie von Geisterhand leise nach oben. Schnell kamen die Feuerwehrleute mit dem Auto, dem Fahrrad oder gar zu Fuß an und sprangen nachdem sie sich im Gerätehaus  umgezogen hatten in die Feuerwehrwagen. Als erster jagte Herbert mit dem neuen Tanklöschwagen mit lauter Druckluftfanfare und den grell blitzenden Blaulichtern  um die erste Ecke. Das Lufthorn war so laut, das man es noch lange hören konnte. Dann Fuhr auch die neue Drehleiter und der Krankenwagen hinterher.

Es dauerte gar nicht lange da sah  ich sie alle wiederkommen.

 Als Herbert wieder zu mir zurückkam, konnte man ihn schimpfen hören;“ So ein Mist! Schon wieder ein falscher Alarm. Was denken sich die Leute? Oder sind es ungezogene Kinder?“ Kaum hatte er zu ende Gesprochen,  da…..

Da ging schon wieder die Sirene.

Zum Glück waren fast noch alle Feuerwehrleute da, die sofort in die Fahrzeuge sprangen.

Die Drehleiter und auch der Krankenwagen verließen mit Blaulicht und Sirene schnell die Wache. Doch  das neue Tanklöschfahrzeug was vorhin noch als erster herausfuhr stand immer noch da.

Da sah ich wie Herbert verzweifelt immer wieder den Starterknopf drückte, der jedoch nur ein leises Klacken von sich gab. Da kam auch schon über Funk die nachfrage von der Zentrale warum sie nicht ausrücken würden, denn ein Wohnhaus stände voll in Flammen. Aber auch das ließ den neuen Tanklöschwagen nicht erweichen anzuspringen. Alle rutschten schon auf ihren Plätzen nervös hin und her. Dann kam Herbert die rettende Idee;“ Los rüber zum alten Erwin!“

…Das war meine Chance, denen werde ich es jetzt mal zeigen.

Kaum hatte der Letzte  die Türe zugezogen, und Herbert den Starterknopf gedrückt, drehte mein  Motor in voller Drehzahl durch und hinterließ beim Abfahren eine dicke schwarze Rauchwolke,  die fast die gesamte Garage ausfüllte. Was aber die alte Drehleiter und den Krankenwagen kräftig zum Husten brachten..

Herbert brauchte gar nicht so fest auf mein Gaspedal treten, ich hätte auch so alles hergegeben. Quietschend  und Ätzend legte ich mich in jede Kurve, denn man brauchte in der Einsatzstelle dringend mein Wasser.

Ja ..das war wie in alten Zeiten, wo ich sogar nachts durch die Sirene geweckt wurde.

So manches Mal kam es auf Sekunden an, die über Leben und Tod entscheiden. Viele Brände habe ich schon gesehen und das Feuer mit meinem kalten Wasser verschreckt, so das es vergaß weiter zu Brennen.

Beim letzten Waldbrand wurde es mir durch das zu schnell herankommende Feuer so heiß, dass beinahe mein schöner roter Lack schwarz verbrannt währe.

Selbst im Winter als der 8 Jährige Paul im Eis eingebrochen war, bin ich ohne zu rutschen noch rechtzeitig angekommen. Da war  ich aber mächtig ins Schwitzen gekommen, trotz der klirrenden Kälte. Ach, was waren das noch Zeiten, und jetzt soll ich verschrottet werden?

Doch da, von weitem konnte ich schon die schwarzen Rauchwolken  sehen, legte mich noch einmal knarrend in die letzte Kurve, und kam mit quietschenden  Bremsen an der Einsatzstelle zum Stehen. Alle staunten als sie mich sahen und freuten sich, denn sie brauchten dringend das Wasser was ich ja immer bei mir hatte. Mit diesem Wasser konnten die Feuerwehrleute in das brennende Haus vordringen und  noch eine bereits bewusstlose Person aus dem Haus Retten.

Das war wieder einmal Rettung in  letzter Sekunde.

Als wir an der Wache zurückkamen, streichelten mir alle lieb  die Motorhaube, am meisten Herbert.

Bevor er die Garagentür behutsam schloss, sagte er leise zu mir;“ Dich, geben so schnell nicht ab, dafür sorge ich!“

Und so wurde bei der nächsten Versammlung der alte Krankenwagen zum verschrotten ausgewählt.

Seit der Zeit, machte Herbert immer die Garagentür auf, damit ich wenigstens sehen kann wie sie wieder einmal  losfahren müssen. So ist es für mich nicht mehr so langweilig…..und vielleicht…vielleicht brauchen sie mich auch mal wieder?

 

Euer Erwin

 ©Wolle

 

Ein warmer Sommertag…

 

Es war ein warmer Sommertag, so wie man es sich nur wünschen kann. Vor allen die Freiwillige Feuerwehr aus dem Ort, denn sie hatten heute „Tag der offenen Tür“.Da Onkel Herbert bei der Feuerwehr war nahm Kevin, der erst seit einer Woche bei der Jugendfeuerwehr war, und gerade vor zwei Tage seine Uniform bekommen hatte um 10 Uhr mit. Natürlich hatte er schon ab 9 Uhr ungeduldig auf ihn gewartet. Es gab Cola und Würstchen, jede menge an Spiele, sogar Rundfahrten mit dem Feuerwehrauto.Die absolute Höhe war die die Fahrt mit der Drehleiter auf 30 Meter Höhe. Die Menschensahen von oben aus wie kleine Ameisen. Von hier aus konnte man  über den ganzen Ort sogar weit in die Ferne sehen. Kevin wäre am liebsten eine Stunde oder länger hier oben geblieben so viel gab es hier zu sehen. Es war schon später Nachmittag, das Fest war schon fast zu Ende. Mit einem ohrenbetäubenden Lärm brüllte auf einmal die Sirene auf dem Dach.Das hektische Treiben auf dem Platz schien sich  auf einmal zu verdoppeln. Die kleinen Kinder liefen wegen dem Lärm weinend zu den Eltern, während die Feuerwehrmänner ins Gerätehaus liefen, sich rasch umzogen und in die Feuerwehrautos sprangen. Kevin der von der letzten Rundfahrt immer noch im Auto saß durfte bei  seinem Onkel Herbert mitfahren. Der letzte Feuerwehrmann hatte gerade die Türe zugeknallt, schaltete  Herbert das Blaulicht und das Martinshorn an. Die vielen Menschen hatten schon Platz gemacht, so dass sie ungehindert losfahren  konnten. Im Rückspiegel sah Herbert die Drehleiter die auch sofort hinterher kam.Die Autofahrer vor ihnen machten  nach rechts und links schnell Platz. Das laute Lufthorn auf dem Dach sorgte auch für die freie Kreuzung. Für Kevin war das alles sehr aufregend, im zitterten heftig die Knie. Bernd der neben im saß, legte seine schon behandschuhte Hand auf seine Knie und schaute ihn beruhigend an.In den Schaufensterscheiben sah man die Blaulichter aufblitzen und das Lufthorn wurde zwischen den Häusern doppelt so laut. Alle Leute schauten ihnen nachdenklich nach; Wo mag es wohl Brennen? Die letzten Häuser waren gerade vorbei, da konnte man auch schon die dicken schwarzen Rauchwolken in der Ferne sehen. So etwas hatte Kevin noch nie gesehen, auch die dicken Rauchschwaden die zwischen den Dachpfannen  unermüdlich heraus quollen ohne dass man irgendwo ein Feuerschein sehen konnte. Nachdem alle an der Einsatzstelle aus dem Auto gesprungen sind, konnte Kevin am Fenster sitzend alles sehen. Während die ersten mit Sauerstoffmasken und Atemluftflaschen auf dem Rücken  ins Haus liefen, sorgte Herbert dafür dass sie auch genügend Wasser mit im Schlauch hatten.Vier Leute waren damit beschäftigt eine Schlauchleitung aus dem nahen Feuerlöschteich zu legen. Schwitzend rollten sie einen Schlauch nach dem andern aus. Da, am Fenster konnte Kevin für nur einen kurzen Augenblick  ein Kindergesicht zu sehen. Sofort sprang Kevin aus dem Auto und lief zum Onkel Herbert der hinten am Auto stand und darauf achtete das genügend Löschwasser da war. Sofort  ließ Herbert die Drehleiter an das Fenster heranfahren. Da Kevin sofort wieder ins Auto zurück musste, schaute er von hier gebannt zu wie zwei Feuerwehrleute durch das Fenster einstiegen um mit dem Jungen auf dem Arm wieder herauszukommen. Er merkte gar nicht wie vor lauter Aufregung sein Hemd schweißnass wurde.Jemand klopfte ihn leicht auf die Schulter. Verschlafen schaute an dem Gesicht seiner Mutter vorbei durch das Wohnzimmerfenster draußen wo die Sonne langsam untergehen wollte.Seine Mutter schob ihn behutsam in seinem Rollstuhl zur Küche um ihn beim Abendessen zu helfen, denn er war am ganzen Körper gelähmt…

Wie gerne währe er auch Feuerwehrmann geworden!

©Wolle112